Claude Live Dashboard
Ein rahmenloses Always-on-Top-Widget für Windows und Linux, das die Auslastung des Claude-Plans live anzeigt: 5-Stunden-Fenster, Wochenverbrauch, Reset-Countdown, Tokenverbrauch je Modell und die Hochrechnung auf das Fensterende.
Die Daten stammen aus den Transkripten, die Claude Code ohnehin unter
~/.claude/projects/**/*.jsonl schreibt. Es wird nichts installiert, nichts
mitgeschnitten und standardmäßig keine Netzwerkverbindung aufgebaut.
Start
Node.js (ab Version 20) wird benötigt.
Windows
Ist Node nicht im PATH (etwa bei nvm-windows ohne aktive Version), genügt der
Versionspfad:
$env:PATH = "$env:APPDATA\nvm\v22.22.1;$env:PATH"
npm install
npm start
Alternativ start.cmd doppelklicken.
Das Tray-Symbol landet unter Windows zunächst im Überlaufbereich hinter dem
^ in der Taskleiste; per Drag lässt es sich dauerhaft sichtbar machen.
Linux (Ubuntu)
sudo apt install nodejs npm # falls noch nicht vorhanden
./start.sh
start.sh installiert fehlende Abhängigkeiten selbst und startet Electron;
npm install && npm start tut dasselbe.
Das Tray-Symbol braucht unter GNOME die Erweiterung AppIndicator — beim Ubuntu-Desktop ist sie vorinstalliert und aktiv. Auf einer Minimalinstallation oder unter anderen Oberflächen:
sudo apt install gnome-shell-extension-appindicator
Ohne sie läuft das Widget weiter, nur das Symbol in der oberen Leiste fehlt. Anders als unter Windows ist im StatusNotifierItem-Standard nicht festgelegt, welcher Klick als Aktivierung zählt — verlässlich ist deshalb das Kontextmenü (Rechtsklick) mit „Dashboard anzeigen“ als erstem Eintrag.
Wayland: Ab Electron 36 wählt Chromium in einer Wayland-Sitzung von sich
aus Wayland — dort darf sich ein Fenster aber weder selbst positionieren noch
dauerhaft in den Vordergrund legen, und genau das ist der Kern dieses Widgets.
Die App startet sich deshalb unter Wayland einmalig selbst mit
--ozone-platform=x11 neu und läuft über XWayland. Das geschieht automatisch,
es ist nichts einzustellen.
Der Schalter muss auf der Kommandozeile stehen: Ozone legt die Plattform
fest, bevor das Main-Skript läuft — app.commandLine.appendSwitch() und
ELECTRON_OZONE_PLATFORM_HINT kommen beide zu spät. Wer die Automatik
umgehen will, setzt eine der beiden Größen von Hand; dann greift der Neustart
nicht mehr:
ELECTRON_OZONE_PLATFORM_HINT=wayland ./start.sh # nativ Wayland, ohne Positionierung
Bedienung
| Aktion | Wirkung |
|---|---|
| Kopfzeile ziehen | Fenster verschieben (Position wird gemerkt) |
| Statuspunkt (links vom Zahnrad) | Fehler-/Ereignis-Log öffnen |
| ⚙ | Einstellungen öffnen |
| „Details“ | Modell-Aufschlüsselung, Tempo und Datengrundlage aufklappen |
– |
Ausblenden — Rückkehr über das Tray-Symbol |
| Tray-Klick | Ein-/Ausblenden |
| Tray-Menü | Deckkraft, Klick-Durchlässigkeit, Autostart, Einstellungen, Beenden |
Einstellungen
Das Zahnrad in der Kopfzeile öffnet einen Dialog für alle Felder der
config.json: Deckkraft, Klick-Durchlässigkeit, Autostart, Serverabfrage,
Bezugsgrößen, Gewichtung und Wochenfenster.
Gespeicherte Änderungen greifen sofort — ohne Neustart. Der Dialog liest
und schreibt dieselbe Datei, die sich auch von Hand bearbeiten lässt:
Kommentarfelder (_hinweis und Verwandte) und unbekannte Einträge bleiben
dabei unangetastet, weil die vorhandene Datei nur ergänzt und nicht ersetzt
wird. Strg+S speichert, Esc schließt.
Autostart ist kein Feld der Datei, sondern ein Systemzustand — er wird deshalb sofort beim Umschalten übernommen, unabhängig vom Speichern.
„Klicks durchlassen“ macht das Widget für Mausereignisse transparent — es liegt dann über der Arbeit, ohne sie zu behindern. Zurückschalten geht über das Tray-Menü.
Endpunkt-Status & Ereignis-Log
Der Punkt links vom Zahnrad zeigt den Zustand der beiden Datenquellen — Symbol und Farbe, nie Farbe allein:
| Zustand | Bedeutung |
|---|---|
| ● grün | Beide Quellen funktionieren |
| ◆ gelb | Serverabfrage gestört (App rechnet lokal weiter) |
| ◆ rot | Lokale Transkripte nicht lesbar — die Kerndatenquelle fehlt |
Ein Klick öffnet ein eigenes Fenster mit dem chronologischen, zeitgestempelten
Protokoll aller Störungen (Lesefehler, Dateiüberwachung, Serverabfrage) sowie
App-Ereignissen wie Erstinstallation und Updates. Das Protokoll übersteht
Neustarts und das Speichern der Einstellungen — es liegt in state.json — und
lässt sich über „Log löschen“ im selben Fenster zurücksetzen.
Was angezeigt wird
Laufende Sitzung — Auslastung des aktuellen 5-Stunden-Fensters, dazu verbrauchte Tokens und Tempo.
Wochenkontingent — das übergeordnete Limit über alle Modelle, mit exaktem Reset-Zeitpunkt.
Nutzungsguthaben — der Budget-Zustand jenseits des Plan-Kontingents (verbraucht von Monatslimit). Erscheint nur, wenn der Server ihn meldet.
Darunter die eigentliche Kernaussage: wie lange das Kontingent bei diesem Tempo noch reicht — gerechnet in aktiver Arbeitszeit, nicht in Kalenderzeit. Eine Hochrechnung der Burn-Rate auf fünf Kalendertage wäre Unsinn, weil niemand durchgehend arbeitet.
Woher die Werte kommen
Standardmäßig fragt das Dashboard denselben Endpunkt ab, den auch /usage
nutzt (GET /api/oauth/usage bei api.anthropic.com). Damit sind die
Prozentwerte, Schweregrade und Reset-Zeitpunkte exakt — sekundengenau und
ohne Schätzung.
Das Zugriffstoken wird aus ~/.claude/.credentials.json gelesen, nie
gespeichert, nie protokolliert und nur an diesen Host gesendet. Es gibt bewusst
keinen eigenen Refresh-Flow: Läuft das Token ab, pausiert die Abfrage, bis
Claude Code es erneuert hat. Nach drei Fehlversuchen schaltet sie sich für die
Sitzung ab.
Abschalten über config.json:
{ "oauth": { "enabled": false } }
Wichtig: Der Endpunkt ist nicht dokumentiert und kann durch ein Update brechen. Deshalb rechnet das Dashboard immer auch lokal weiter — fällt die Abfrage aus, läuft es ohne Unterbrechung auf den eigenen Zahlen weiter, nur eben mit Näherungswerten. Die Anzeige sagt jederzeit, welcher Fall vorliegt:
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| exakt (Server) | Wert vom Server, entspricht /usage — nur mit Stufe 2 |
| eigener Wert | limits aus config.json |
| kalibriert | aus mindestens 5 eigenen abgeschlossenen Fenstern abgeleitet |
| geschätzt | noch zu wenige Messungen, grober Anhaltspunkt |
Solange die Serverabfrage läuft, kalibriert sich das Dashboard selbst: Der Server nennt den exakten Anteil, lokal ist der gewichtete Verbrauch im selben Fenster bekannt — daraus folgt die Bezugsgröße unmittelbar. Auch das Wochenfenster wird aus dem gemeldeten Reset-Zeitpunkt abgeleitet, nicht geraten.
Die folgenden Abschnitte betreffen nur den Fall, dass die Abfrage nicht verfügbar ist.
Kalibrieren (Rückfallebene)
Ohne Serverabfrage nimmt das Dashboard das höchste je beobachtete Fenstervolumen als untere Schranke des Limits. Das ist grob. Besser: den Prozentwert in Einstellungen ▸ Nutzung ablesen und unmittelbar danach:
npm run calibrate -- --week 14 # nur rechnen
npm run calibrate -- --week 14 --write # in config.json übernehmen
npm run calibrate -- --block 37 --write # 5-Stunden-Fenster
Das Werkzeug teilt den aktuellen Verbrauch durch den angezeigten Anteil und erhält so die Bezugsgröße exakt. Danach das Dashboard neu starten.
Steht in der Nutzungsanzeige ein fester Reset-Zeitpunkt („Zurücksetzung Mo.,
21:59“), gehört er in config.json — sonst passt das Fenster nicht zum
kalibrierten Wert:
{ "weekResetWeekday": 1, "weekResetHour": 21, "weekResetMinute": 59 }
(0 = Sonntag, 1 = Montag …) Ohne diese Angabe rechnet das Dashboard mit einem rollierenden 7-Tage-Fenster und zeigt bewusst keinen Countdown, weil ein rollierendes Fenster keinen Reset-Zeitpunkt hat.
Gewichtung
Tokens zählen nicht gleich: Ausgabe wiegt stärker als ein Cache-Treffer, Opus
stärker als Sonnet oder Haiku. Die Faktoren stehen in config.json.
Weichen zwei Kalibrierungen mit unterschiedlichem Modellmix deutlich voneinander ab, stimmen diese Gewichte nicht — dann dort nachziehen, statt das Limit hin- und herzuschieben. Ein einzelner Kalibrierpunkt legt nur den Maßstab fest, nicht die Gewichte.
Aufbau
src/main/index.js Fenster, Tray, IPC, Autostart
src/main/collector.js Watch-Schleife, Zustandsaufbau
src/main/jsonl.js inkrementeller Reader, Parser, Dedup
src/main/blocks.js 5h-Blöcke, Wochenfenster, Burn-Rate
src/main/limits.js Plan-Erkennung, Kalibrierung, Gewichtung
src/main/oauth-usage.js Serverabfrage, gekapselt und ausfallsicher
src/main/calibrate.js Kalibrierung gegen die echte Anzeige
src/main/store.js state.json, config.json
src/main/paths.js Speicherorte für Konfiguration und Zustand
src/main/autostart.js Anmeldestart je Betriebssystem
src/preload.js contextBridge fürs Widget
src/settings-preload.js contextBridge für den Einstellungsdialog
src/errors-preload.js contextBridge fürs Fehler-/Ereignis-Log
src/renderer/ Widget-Oberfläche
src/settings/ Einstellungsdialog
src/errors/ Fehler-/Ereignis-Log-Fenster
Alle Dateizugriffe und Rechnungen passieren im Main-Prozess; der Renderer bekommt fertige Zahlen und lässt nur den Countdown lokal weiterlaufen.
Zwei Details, die nicht offensichtlich sind:
- Datei-Offsets werden nicht persistiert. Innerhalb einer Sitzung sorgen sie dafür, dass nur das Delta gelesen wird. Über einen Neustart hinweg wären sie schädlich, weil der Aggregator leer startet und die Historie sonst übersprungen würde. Ein Vollscan über 15 MB kostet rund 70 ms.
- Dedup ist nicht optional. Claude Code schreibt dieselbe Nachricht bei
Retries und beim Kompaktieren mehrfach ins Transkript; ohne Dedup über
message.idwären alle Zahlen zu hoch.
Version & Updates
Die App erkennt beim Start selbst, ob es sich um eine Erstinstallation oder
ein Update handelt: Sie vergleicht app.getVersion() (aus package.json,
plattformunabhängig für Windows und Linux) mit der zuletzt in state.json
gemerkten Version. Bei einer neuen Version erscheint einmalig eine native
Systembenachrichtigung, und das Ereignis landet zeitgestempelt im
Fehler-/Ereignis-Log (siehe oben). Bestehende Konfiguration und Kalibrierung
bleiben davon unberührt — geschrieben wird ausschließlich das eine Feld
state.json:appVersion.
Voraussetzung dafür ist eine bei jedem Release erhöhte Versionsnummer.
Vor jedem Build deshalb zuerst version in package.json erhöhen (SemVer:
1.1.0 → 1.2.0 für neue Funktionen, 1.1.1 für Fehlerbehebungen). Ohne
diesen Schritt erkennt die App den neuen Build nicht als Update, und der
Installer überschreibt in release/ stillschweigend die Datei der
vorherigen Version, weil deren Name (artifactName) die Versionsnummer
enthält:
npm version minor # oder: patch / major — schreibt package.json, kein Tag/Commit nötig
npm run dist
npm version legt standardmäßig auch einen Git-Commit und -Tag an; ohne das
genügt es, version in package.json von Hand zu ändern.
Release bauen
Gebaut wird jeweils auf dem Zielsystem — electron-builder kann .deb nicht
sinnvoll von Windows aus erzeugen und umgekehrt keine signierten .exe unter
Linux. Beide Linux-Ziele (AppImage, .deb) brauchen zudem Linux-eigene
Werkzeuge (mksquashfs bzw. fpm) und lassen sich nicht unter Windows
erzeugen, auch nicht über WSL ohne eine dort eingerichtete Node.js- bzw.
Ruby-Umgebung.
Windows
npm run dist # Installer + portable Fassung nach release/
npm run pack # nur entpackt nach release/win-unpacked (schneller Test)
Ergebnis in release/ (Version aus package.json, siehe oben):
| Datei | Zweck |
|---|---|
Claude Live Dashboard-<version>-x64.exe |
NSIS-Installer, ~97 MB |
Claude Live Dashboard-<version>-portable.exe |
läuft ohne Installation |
Der Installer läuft ohne Administratorrechte (perMachine: false),
installiert also ins Benutzerprofil. Zielverzeichnis ist wählbar, Desktop- und
Startmenü-Verknüpfung werden angelegt. Bei der Deinstallation bleiben
Konfiguration und Kalibrierung erhalten (deleteAppDataOnUninstall: false).
Nicht signiert. Ohne Code-Signing-Zertifikat zeigt Windows beim ersten Start einen SmartScreen-Hinweis („Der Computer wurde durch Windows geschützt“) — über Weitere Informationen ▸ Trotzdem ausführen zu bestätigen. Für eine Weitergabe an andere wäre ein Zertifikat nötig; für den Eigenbedarf ist es verzichtbar.
Linux
npm run dist:linux # AppImage + .deb nach release/
npm run pack:linux # nur entpackt nach release/linux-unpacked
Ergebnis in release/:
| Datei | Zweck |
|---|---|
Claude Live Dashboard-<version>-x64.AppImage |
läuft ohne Installation |
Claude Live Dashboard-<version>-amd64.deb |
Installation per sudo apt install ./…deb |
Das AppImage muss einmal ausführbar gemacht werden (chmod +x) und braucht
libfuse2. Es trägt sich nicht selbst ins Anwendungsmenü ein — der Autostart
über das Tray-Menü funktioniert trotzdem, weil die App den Pfad des Abbilds aus
APPIMAGE liest und nicht den temporären Einhängepunkt. Das .deb bringt
Menüeintrag und Symbol mit und installiert nach /opt/Claude Live Dashboard.
Ubuntu 24.04 und AppImage. Seit 24.04 beschränkt AppArmor unprivilegierte User-Namespaces; die Chromium-Sandbox kann dann beim Start fehlschlagen (
SUID sandbox helper binary … is not configured correctly). Zwei Auswege: das AppImage mit--no-sandboxstarten, oder ein AppArmor-Profil unter/etc/apparmor.d/hinterlegen. Beim.debtritt das nicht auf — dessenpostinstsetzt das SUID-Bit aufchrome-sandbox.
Konfiguration und Zustand
Beides liegt im Benutzerprofil, nicht im Programmverzeichnis — dort wäre es nach der Installation im asar-Archiv und schreibgeschützt:
Windows: %APPDATA%\Claude Live Dashboard\config.json
%APPDATA%\Claude Live Dashboard\state.json
Linux: ~/.config/Claude Live Dashboard/config.json
~/.config/Claude Live Dashboard/state.json
Der Autostart ist kein Feld dieser Dateien: unter Windows steckt er in der
Registry, unter Linux in ~/.config/autostart/claude-live-dashboard.desktop.
Beim ersten Start wird config.json aus der mitgelieferten Vorlage angelegt.
Erreichbar über das Tray-Menü (Konfiguration öffnen / Datenordner öffnen).
Die mitgelieferte Vorlage enthält unter
limitseinen auf diesem System kalibrierten Wert als Rückfallebene. Für eine Weitergabe an andere sollte er entfernt werden — bei aktiver Serverabfrage wird er ohnehin nicht benutzt.
Gegenprobe
npm run dump # Modell-Summen und alle 5h-Blöcke auf der Konsole
npx ccusage blocks # unabhängige Referenz für Blockgrenzen und Summen
npm run dump gibt außerdem die Dauer des zweiten Polls aus — ohne neue Daten
muss er 0 Bytes lesen und im einstelligen Millisekundenbereich liegen.